

Pro- und Präbiotika spielen eine wichtige Rolle für die Darmgesundheit des Hundes. Die Darmgesundheit wiederum beeinflusst die Verdauung, das Immunsystem, den Stoffwechsel und sogar das Verhalten des Hundes. Darum lohnt sich genauer Blick darauf, was Pro- und Präbiotika in der Hundeernährung leisten können und wie man sie gezielt einsetzt.
Probiotika: Lebende Unterstützung für die Darmflora
Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die dem Hund gezielt zugeführt werden, um das Mikrobiom zu unterstützen. Sie helfen, die Zusammensetzung der Darmflora positiv zu beeinflussen und unerwünschte Bakterien zu verdrängen. Zu den besonders gut untersuchten Bakterienstämmen beim Hund gehören Lactobacillus fermentum und Lactobacillus plantarum:
Lactobacillus fermentum gehört zu den Milchsäurebakterien und kann viel Gutes bewirken: Das Bakterium hilft dem Hund dabei, die Nährstoffe aus der Nahrung besser aufzunehmen und es hat antimikrobiellen Eigenschaften. Außerdem wirkt Lactobacillus fermentum antioxidativ, stabilisiert die Darmbarriere des Hundes und reguliert so das Immunsystem. Zugleich werden die schlechten Darmbakterien (Enterobakterien) durch Lactobacillus fermentum reduziert. Studien zeigen, dass Lactobazillen die Produktion entzündungshemmender Stoffe fördern und dass sie eine positive Wirkung auf Stressparameter und krankhaftes Zellwachstum haben.
Lactobacillus plantarum ist ebenfalls ein Milchsäurebakterium und spielt im Mikrobiom eine wichtige Rolle: Das Bakterium kann helfen, das Wachstum unerwünschter Mikroorganismen zu hemmen und Reizdarmsymptome reduzieren. Lactobacillus plantarum optimiert nachweislich die Stuhlkonsistenz, wirkt antioxidativ und antikarzinogen – es schützt also die Zellen vor vorzeitiger Alterung und wirkt Krebserkrankungen entgegen. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf positive Effekte über die Darm-Hirn-Achse, die sich auf die Stressresistenz, Aggression und das emotionale Gleichgewicht von Hunden auswirken können.
Einige Lebensmittel enthalten natürlicherweise probiotische Mikroorganismen und können die Darmgesundheit unterstützen. Dazu gehört zum Beispiel Naturjoghurt, denn er enthält Lactobazillen und Bifidobakterien. Wichtig ist, für Hunde ausschließlich ungesüßten Joghurt ohne Zusatzstoffe zu verwenden. Auch frisch fermentiertes Sauerkraut enthält lebende Milchsäurebakterien. Es sollte nicht erhitzt worden sein, da Hitze die probiotischen Kulturen zerstört.
Präbiotika: Nahrung für die guten Darmbakterien
Präbiotika sind unverdauliche Ballaststoffe, die gezielt das Wachstum nützlicher Darmbakterien fördern. Sie werden im Dickdarm von Mikroorganismen fermentiert und dienen als Nahrungsquelle für gesunde Bakterien. Die wichtigsten präbiotischen Stoffe sind Inulin, Fructo-Oligosaccharide (FOS) und Mannan-Oligosaccharide (MOS). Sie fördern die Bildung von kurzkettigen Fettsäuren, die die Darmschleimhaut stärken, den pH-Wert regulieren und entzündungshemmend wirken.
Quellen für Präbiotika in der Hundeernährung sind unter anderem:
- Chicorée-Wurzel
- Möhren
- Pastinake
- Topinambur
- Flohsamenschalen
- Süßkartoffeln
- Kürbis
- Bananen
- Äpfel
Wann ist die gezielte Unterstützung mit Pro- und Präbiotika sinnvoll?
Die Fütterung von probiotischen und präbiotischen Nahrungsergänzungsmitteln ist eine einfache Möglichkeit, die Darmgesundheit des Hundes gezielt zu unterstützen und die natürliche Balance des Mikrobioms zu fördern. So kann vermieden werden, dass etwa Giftstoffe oder Bakterien die Darmoberfläche durchdringen und in den Körper gelangen, wo sie zu Entzündungen führen oder Allergien auslösen können. Besonders zu empfehlen ist die Gabe von Pro- und Präbiotika, wenn die Darmflora geschwächt wurde, zum Beispiel
- nach Antibiotikagaben
- nach einer Entwurmung
- bei Allergien und Unverträglichkeiten
- bei Verdauungssensibilität
- in Stressphasen (z. B. Reisen, Umzug, neue Umgebung) oder
- bei erhöhter Belastung des Immunsystems (z. B. während und nach Erkrankungen)
Auch eine Futterumstellung kann das Mikrobiom durcheinanderbringen. Zudem sind ältere Hunde anfälliger für eine Dysbiose (Ungleichgewicht der Darmflora).
Über die Fütterung von Probiotika hinaus trägt eine ausgewogene Ernährung mit einer angemessenen Menge an Ballaststoffen dazu bei, das Wachstum nützlicher Bakterien zu fördern und die Verdauung zu stabilisieren. Bei anhaltenden Verdauungsproblemen sollte eine tierärztliche Abklärung erfolgen.


